Selbstlaute bilden das Fundament der deutschen Sprache. Ohne sie lässt sich kein einziges Wort bilden, keine Silbe aussprechen. Für den Deutschunterricht in der Grundschule gehören sie deshalb zu den ersten und wichtigsten Lerninhalten.
Was sind Selbstlaute?
Die deutsche Sprache kennt fünf Selbstlaute: a, e, i, o, u. Der Begriff erklärt sich von selbst – diese Laute klingen allein, ohne dass ein weiterer Buchstabe mitschwingt. Im Gegensatz dazu benötigen Mitlaute immer einen Begleiter: Das „M“ wird zu „Em“, das „R“ zu „Er“.
In vielen Grundschulen haben sich anschauliche Bezeichnungen etabliert: Königsbuchstaben, Klingerbuchstaben oder Silbenkönige. Diese Namen verdeutlichen die besondere Stellung der Vokale – sie regieren jede Silbe, denn ohne Selbstlaut existiert keine Silbe.
Wann werden Selbstlaute im Unterricht behandelt?
Die Einführung erfolgt bereits in der 1. Klasse, wenn die Kinder das Alphabet kennenlernen. Der bekannte Abzählreim „A, e, i, o, u – und raus bist du“ hilft beim Einprägen der fünf Buchstaben.
Die systematische Unterscheidung zwischen Selbstlauten und Mitlauten beginnt in der 2. Klasse. Hier lernen die Kinder, warum diese Gruppe so besonders ist: Streicht man die Selbstlaute aus einem Wort, wird es unlesbar.
| Klassenstufe | Lerninhalt |
|---|---|
| Klasse 1 | Kennenlernen der Selbstlaute a, e, i, o, u im Rahmen des Alphabets |
| Klasse 2 | Unterscheidung Selbstlaute und Mitlaute, Einführung der Umlaute ä, ö, ü |
| Klasse 3 | Kurze und lange Selbstlaute, Zwielaute (au, ei, eu, äu), doppelte Selbstlaute |
| Klasse 4 | Anwendung in Rechtschreibregeln, Ableitung und Wortstammprinzip |
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Kurze und lange Selbstlaute
Ein zentrales Thema ab der 2. Klasse ist die Unterscheidung zwischen kurz und lang gesprochenen Selbstlauten. Die Regel ist einprägsam:
Kurz gesprochener Selbstlaut: Nach dem Vokal folgen zwei oder mehr Mitlaute. Beispiele: Koffer, Wasser, Hand, Garten
Lang gesprochener Selbstlaut: Nach dem Vokal folgt nur ein Mitlaut. Beispiele: Hof, Weg, Lid, Blume
Diese Unterscheidung ist für die Rechtschreibung grundlegend. Sie erklärt, warum nach kurzen Vokalen oft Doppelkonsonanten stehen (rennen, Sonne, Mutter) und bereitet auf weiterführende Regeln vor.
Umlaute – die Verwandten der Selbstlaute
Aus den Selbstlauten a, o und u entstehen durch Veränderung die Umlaute ä, ö, ü. Die zwei Punkte über dem Buchstaben zeigen diese Verwandtschaft an. Umlaute treten häufig bei der Mehrzahlbildung auf: Aus dem Apfel werden Äpfel, aus der Mutter werden Mütter.
Zwielaute und doppelte Selbstlaute
Zwielaute (Diphthonge) entstehen, wenn zwei verschiedene Selbstlaute verschmelzen: au, ei, eu, äu. Sie werden immer lang gesprochen, unabhängig davon, welche Buchstaben folgen.
Doppelte Selbstlaute sind selten, aber wichtig: aa (Aal, Saal), ee (See, Tee), oo (Boot, Zoo). Sie dehnen den Klang und gehören zu den klassischen Lernwörtern.
Didaktische Hinweise
Die Arbeit mit Selbstlauten eignet sich besonders für:
- Lautdiktate zur Überprüfung des Hörverstehens
- Silbenübungen, bei denen Kinder den Selbstlaut als Silbenkern erkennen
- Einsetzübungen, die das Unterscheiden von kurzen und langen Vokalen trainieren
- Ableitungsübungen zur Rechtschreibung (Bäume von Baum, Häuser von Haus)
Der Zusammenhang zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort steht im Mittelpunkt. Kinder sollen verstehen, wie Laute zu Buchstaben werden – und umgekehrt.












