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Die wichtigsten Kommaregeln für den Deutschunterricht

Kommasetzung im Deutschunterricht – Schritt für Schritt zur sicheren Zeichensetzung

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 07.01.2026

Zuletzt atkualisiert am 07.01.2026

    Die Kommasetzung gehört zu den grundlegenden Rechtschreibkompetenzen, die Schüler im Laufe ihrer Schulzeit erwerben. Sie ist nicht nur für die schriftliche Ausdrucksfähigkeit wichtig, sondern auch für das Textverständnis und die sprachliche Präzision. Im Deutschunterricht wird die Kommasetzung ab der Grundschule eingeführt und bis zur Sekundarstufe II kontinuierlich vertieft und erweitert.

    Für Lehrkräfte stellt die Vermittlung der Kommaregeln eine besondere Herausforderung dar: Die Regeln sind komplex, Ausnahmen verwirren häufig, und viele Schüler entwickeln Unsicherheiten, die sich bis in höhere Klassenstufen ziehen. Gleichzeitig ist die korrekte Kommasetzung eine zentrale Anforderung in Klassenarbeiten, Abschlussprüfungen und später im Berufsleben. Dieser Ratgeber bietet Ihnen einen strukturierten Überblick über die didaktische Vermittlung der Kommasetzung von der Grundschule bis zum Schulabschluss.

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    Kommasetzung in der Grundschule (Klasse 3–4)

    In der Grundschule werden die ersten Grundlagen der Kommasetzung gelegt. Der Fokus liegt hier noch nicht auf komplexen grammatischen Regeln, sondern auf dem intuitiven Erfassen von Satzgrenzen und einfachen Aufzählungen.

    Lernziele Klasse 3–4:

    • Kommas bei Aufzählungen (Wörter und Wortgruppen)
    • Erste Begegnung mit dem Komma vor „und“, „oder“, „sowie“ (meist ohne Komma)
    • Erkennen von Satzgrenzen durch Sprechpausen

    In dieser Phase arbeiten Sie am besten mit visuellen Hilfen und Vorleseübungen. Lassen Sie die Schüler Sätze laut vorlesen und bewusst Pausen machen. So entwickeln sie ein Gefühl dafür, wo ein Komma stehen könnte. Arbeitsblätter mit bunten Markierungen, bei denen Schüler Kommas einzeichnen, helfen beim Verständnis. Vermeiden Sie in dieser Stufe noch komplizierte Fachbegriffe wie „Nebensatz“ oder „Infinitivgruppe“ – es geht um das praktische Anwenden.


    Kommasetzung in der Sekundarstufe I (Klasse 5–7)

    Ab der Sekundarstufe I wird die Kommasetzung systematisch ausgebaut. Hier lernen Schüler die wichtigsten grammatischen Strukturen kennen, die ein Komma erfordern.

    Lernziele Klasse 5–7:

    • Kommasetzung bei Aufzählungen (Wiederholung und Vertiefung)
    • Kommasetzung bei Hauptsatzreihen (zwei gleichwertige Hauptsätze)
    • Kommasetzung bei Nebensätzen (Einleitung durch Konjunktionen wie „weil“, „dass“, „obwohl“, „wenn“)
    • Kommas bei wörtlicher Rede (Begleitsatz vor, nach oder innerhalb der Rede)
    • Erste Einführung von Infinitivgruppen mit „zu“ (optional, abhängig vom Lehrplan)

    In dieser Phase ist es wichtig, dass Sie mit vielen Beispielsätzen arbeiten und Schüler selbst Sätze bilden lassen. Nutzen Sie Übungen, bei denen Schüler Sätze verbinden oder Nebensätze einfügen müssen. Hilfreich sind auch Lückentexte, in denen Kommas gezielt gesetzt werden müssen. Achten Sie darauf, dass Schüler lernen, Haupt- und Nebensätze zu unterscheiden – das ist die Grundlage für fast alle weiteren Kommaregeln.

    Ein typisches Verständnisproblem in dieser Stufe: Schüler setzen Kommas oft nach Gefühl, ohne die grammatische Struktur zu prüfen. Ermutigen Sie sie, Sätze zu analysieren: Wo ist das Verb? Gibt es mehrere Verben? Welcher Satzteil kann für sich allein stehen?


    Kommasetzung in der Sekundarstufe I (Klasse 8–10)

    In den Klassen 8 bis 10 wird die Kommasetzung weiter verfeinert und um anspruchsvollere Regeln erweitert.

    Lernziele Klasse 8–10:

    • Kommasetzung bei erweiterten Infinitivgruppen („um zu“, „ohne zu“, „anstatt zu“)
    • Kommasetzung bei Partizipgruppen und Appositionen (nachgestellte Erklärungen)
    • Kommas bei Einschüben und nachgestellten Erläuterungen
    • Sichere Anwendung aller bisherigen Regeln in komplexeren Satzgefügen
    • Kommasetzung in Satzgefügen mit mehreren Nebensätzen

    In dieser Phase sollten Ihre Schüler die Kommaregeln nicht nur anwenden, sondern auch begründen können. Arbeiten Sie mit Fehleranalysen: Lassen Sie Schüler falsch gesetzte Kommas in Texten finden und korrigieren. Nutzen Sie authentische Texte aus Zeitungen oder literarischen Werken, um zu zeigen, wie Kommas den Lesefluss und die Bedeutung beeinflussen.

    Ein häufiges Problem: Schüler wissen nicht, ob bei Infinitivgruppen ein Komma gesetzt werden muss oder kann. Hier hilft die Faustregel: Bei einfachen Infinitiven ohne Erweiterung ist das Komma meist fakultativ, bei erweiterten Infinitivgruppen (besonders mit „um zu“, „ohne zu“, „anstatt zu“) ist es in der Regel erforderlich. Üben Sie das gezielt mit eindeutigen Beispielen.


    Kommasetzung in der Sekundarstufe II (Klasse 11–13)

    In der Oberstufe wird vorausgesetzt, dass Schüler die Kommaregeln sicher beherrschen. Hier geht es vor allem um stilistische Feinheiten und die Anwendung in anspruchsvollen Textsorten wie Erörterungen, Interpretationen oder wissenschaftlichen Arbeiten.

    Lernziele Klasse 11–13:

    • Sichere und fehlerfreie Anwendung aller Kommaregeln
    • Bewusster Einsatz von Kommas zur Textgestaltung (Betonung, Rhythmus, Verständlichkeit)
    • Kommasetzung in komplexen Satzkonstruktionen und verschachtelten Satzgefügen
    • Korrekturkompetenz: Eigene und fremde Texte auf Kommafehler prüfen

    In der Oberstufe sollten Sie weniger explizit Regeln einüben, sondern vielmehr Schreibanlässe schaffen, bei denen Schüler die Kommasetzung praktisch anwenden. Korrigieren Sie Aufsätze mit Fokus auf Zeichensetzung und geben Sie individuelles Feedback. Hilfreich sind auch Peer-Feedback-Runden, in denen Schüler gegenseitig ihre Texte auf Kommafehler prüfen.


    Häufige Stolpersteine und didaktische Tipps

    Aufzählungen mit „und“ / „oder“:
    Viele Schüler sind unsicher, ob vor „und“ oder „oder“ ein Komma steht. Grundregel: Bei Aufzählungen gleichartiger Satzglieder steht kein Komma vor „und“ oder „oder“. Ein Komma steht nur, wenn zwei vollständige Hauptsätze verbunden werden.

    Infinitivgruppen:
    Die Regel wirkt kompliziert, weil es fakultative und obligatorische Kommas gibt. Vereinfachen Sie: Bei erweiterten Infinitiven mit „zu“ sollte man im Zweifel immer ein Komma setzen – das ist stilistisch sauberer und vermeidet Fehler.

    Nebensätze erkennen:
    Schüler verwechseln oft Haupt- und Nebensätze. Eine einfache Methode: Nebensätze beginnen mit einer Konjunktion (weil, dass, obwohl, wenn …) und können nicht allein stehen. Das finite Verb steht am Ende.

    Appositionen und Einschübe:
    Diese werden beidseitig mit Kommas abgetrennt. Ein typischer Fehler: Schüler setzen nur ein Komma. Üben Sie das gezielt mit Beispielen wie: „Herr Müller, unser Klassenlehrer, kommt heute später.“


    Praktische Materialien für den Unterricht

    Nutzen Sie differenzierte Arbeitsblätter, die nach Schwierigkeitsgrad gestaffelt sind. So können Sie leistungsstarke Schüler mit komplexen Satzgefügen fordern, während schwächere Schüler an Grundlagenübungen arbeiten. Lückentexte, Fehlertexte und Satzbauübungen sind bewährte Formate.

    Hilfreich sind auch Regelplakate für das Klassenzimmer, die die wichtigsten Kommaregeln auf einen Blick zeigen. Schüler können diese jederzeit als Orientierungshilfe nutzen. Digitale Tools und interaktive Übungen (z. B. Online-Quiz oder Apps zur Zeichensetzung) ergänzen den klassischen Unterricht und motivieren durch spielerische Elemente.

    Arbeiten Sie regelmäßig mit Korrekturschleifen: Lassen Sie Schüler ihre eigenen Texte noch einmal durchgehen und gezielt auf Kommas achten. Das schult das Bewusstsein für die eigene Fehleranfälligkeit.

    Mein Fazit

    Die Kommasetzung ist ein Marathon, kein Sprint. Ich erlebe immer wieder, dass Schüler in Klasse 5 motiviert starten, dann in Klasse 8 frustriert sind, weil die Regeln komplexer werden. Mein Tipp: Bleiben Sie geduldig und wiederholen Sie die Grundlagen regelmäßig – auch in höheren Klassen. Nutzen Sie echte Schülertexte für Übungen, dann sehen die Schüler den direkten Bezug zu ihrer eigenen Schreibpraxis. Und vergessen Sie nicht: Ein Komma kann die Bedeutung eines Satzes komplett verändern. Zeigen Sie das mit witzigen Beispielen, dann bleibt es hängen.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in

    Kohls Kostprobe

    kostenloses Unterrichtsmaterial

    P12808

    Fach:

    Deutsch

    Klassen:

    Klasse 10, Klasse 5, Klasse 6, Klasse 7, Klasse 8, Klasse 9