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Personenbeschreibung schreiben im Deutschunterricht

So lernen Schüler, Personen treffend und anschaulich zu beschreiben

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 07.01.2026

Zuletzt atkualisiert am 07.01.2026

    Was ist eine Personenbeschreibung?

    Die Personenbeschreibung ist eine der grundlegenden Aufsatzformen im Deutschunterricht und wird schwerpunktmäßig in den Klassen 3 bis 5 behandelt. Schüler lernen dabei, das äußere Erscheinungsbild einer Person so präzise und detailliert zu beschreiben, dass der Leser sich ein genaues Bild von ihr machen kann. Im Gegensatz zur Charakterisierung, die innere Eigenschaften betrachtet, konzentriert sich die Personenbeschreibung ausschließlich auf sichtbare Merkmale wie Größe, Statur, Gesicht, Kleidung und besondere Kennzeichen.

    Diese Textform hat nicht nur im schulischen Kontext Bedeutung – sie schult die Beobachtungsgabe, fördert den differenzierten Wortschatz und trainiert die Fähigkeit, systematisch und strukturiert zu beschreiben. Personenbeschreibungen begegnen uns im Alltag in Vermisstenanzeigen, Zeugenaussagen oder literarischen Texten. Für Schüler ist es eine wichtige Übung, die den Übergang von erzählenden zu beschreibenden Texten markiert.

    Aufbau und Struktur einer Personenbeschreibung

    Der systematische Weg von oben nach unten

    Eine gelungene Personenbeschreibung folgt einem klaren Aufbau, der Schülern Orientierung gibt und dem Leser das Nachvollziehen erleichtert. Bewährt hat sich die Gliederung in drei Hauptteile:

    Einleitung: Hier werden grundlegende Informationen genannt – Name der Person (falls bekannt), ungefähres Alter, Geschlecht und eventuell die Situation, in der die Person beobachtet wurde. Diese Einleitung sollte knapp gehalten werden und direkt zum Hauptteil überleiten.

    Hauptteil: Der Kern der Personenbeschreibung folgt dem Prinzip „von oben nach unten“ und „vom Auffälligen zum Detail“. Zunächst werden Körpergröße und Statur beschrieben, dann das Gesicht mit seinen einzelnen Merkmalen (Gesichtsform, Augen, Nase, Mund, Ohren), anschließend Haare und Frisur, schließlich Kleidung und besondere Kennzeichen wie Narben, Piercings oder Tattoos. Diese systematische Vorgehensweise verhindert, dass wichtige Details vergessen werden.

    Schluss: Der Abschluss kann eine zusammenfassende Gesamtwirkung der Person enthalten oder besonders markante Merkmale noch einmal hervorheben.

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    Typische Herausforderungen im Unterricht

    Wortschatz und Präzision als Knackpunkte

    Eine der größten Schwierigkeiten für Schüler ist der begrenzte Wortschatz beim Beschreiben. Statt differenzierter Adjektive verwenden sie oft Standardformulierungen wie „schön“, „groß“ oder „normal“. Hier ist es wichtig, mit Wortschatzsammlungen zu arbeiten: Welche verschiedenen Wörter gibt es für Augenformen? Wie lassen sich Haarfarben präzise benennen? Welche Adjektive beschreiben Kleidungsstile?

    Ein weiteres Problem ist die Vermischung von Beschreibung und Interpretation. Schüler schreiben häufig „Die Person sieht nett aus“ oder „Er wirkt sportlich“ – dabei sollte eine Personenbeschreibung objektiv bleiben und nur das Sichtbare wiedergeben. Die Aussage „Er hat ein freundliches Lächeln“ ist akzeptabel, „Er ist bestimmt ein netter Mensch“ geht bereits in die Interpretation.

    Auch die systematische Reihenfolge fällt vielen Schülern schwer. Sie springen zwischen verschiedenen Körperteilen hin und her, was die Beschreibung unübersichtlich macht. Hier helfen strukturierte Arbeitsblätter mit Checklisten, die Schritt für Schritt durch die Beschreibung führen.


    Didaktische Tipps für den Unterricht

    Vom Betrachten zum Beschreiben

    Der Einstieg in das Thema sollte immer mit praktischen Beobachtungsübungen beginnen. Lassen Sie Schüler zunächst mündlich eine Person im Klassenzimmer oder auf einem Bild beschreiben. Arbeiten Sie dabei gemeinsam die wichtigsten Merkmale heraus und sammeln Sie passende Adjektive an der Tafel.

    Bildmaterial ist besonders wertvoll: Fotos von Personen in verschiedenen Altersgruppen und mit unterschiedlichen Merkmalen bieten konkrete Übungsgelegenheiten. Auch Comic- oder Fantasiefiguren eignen sich gut, da ihre oft übertriebenen Merkmale leichter zu beschreiben sind.

    Eine bewährte Methode ist das „Wer bin ich?“-Spiel: Ein Schüler schreibt eine Personenbeschreibung, die anderen müssen erraten, wer gemeint ist. Das macht deutlich, wie wichtig Präzision und Details sind.

    Differenzierung und individuelle Förderung

    Für leistungsschwächere Schüler haben sich Lückentexte, Wortschatzhilfen und Strukturierungsvorlagen bewährt. Sie können zunächst mit einfacheren Personen (wenige, eindeutige Merkmale) beginnen und sich dann steigern.

    Leistungsstärkere Schüler können komplexere Personen beschreiben, mehrere Personen vergleichen oder ihre Beschreibungen sprachlich verfeinern. Auch das Schreiben aus verschiedenen Perspektiven (neutral/objektiv vs. subjektiv) kann eine anspruchsvolle Erweiterung sein.


    Wichtige Aspekte auf einen Blick

    • Objektive Darstellung: Nur sichtbare Merkmale beschreiben, keine Interpretationen
    • Systematischer Aufbau: Von oben nach unten, vom Auffälligen zum Detail
    • Präziser Wortschatz: Differenzierte Adjektive statt allgemeiner Begriffe
    • Präsensform: Beschreibungen erfolgen in der Gegenwartsform
    • Sachlicher Stil: Nüchtern und informativ, ohne erzählerische Elemente

    Mein Fazit

    Die Personenbeschreibung ist für viele Schüler zunächst eine Herausforderung, weil sie lernen müssen, genau hinzuschauen und das Gesehene präzise in Worte zu fassen. Ich erlebe aber immer wieder, wie stolz Kinder sind, wenn ihre Beschreibung so gut ist, dass andere die Person erkennen. Wichtig ist, dass wir ihnen den nötigen Wortschatz an die Hand geben und mit klaren Strukturen arbeiten. Mein Tipp: Arbeiten Sie viel mit Bildern und lassen Sie die Schüler zunächst mündlich beschreiben – das nimmt den Druck und macht die Aufgabe greifbarer. Mit regelmäßiger Übung entwickeln die Kinder schnell ein Gefühl dafür, worauf es ankommt.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in