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Arbeitsblätter Selbstlaute für die Grundschule

Die 5 Buchstaben, ohne die kein einziges Wort funktioniert

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 04.02.2026

Zuletzt atkualisiert am 04.02.2026

    Selbstlaute bilden das Fundament der deutschen Sprache. Ohne sie lässt sich kein einziges Wort bilden, keine Silbe aussprechen. Für den Deutschunterricht in der Grundschule gehören sie deshalb zu den ersten und wichtigsten Lerninhalten.

    Was sind Selbstlaute?

    Die deutsche Sprache kennt fünf Selbstlaute: a, e, i, o, u. Der Begriff erklärt sich von selbst – diese Laute klingen allein, ohne dass ein weiterer Buchstabe mitschwingt. Im Gegensatz dazu benötigen Mitlaute immer einen Begleiter: Das „M“ wird zu „Em“, das „R“ zu „Er“.

    In vielen Grundschulen haben sich anschauliche Bezeichnungen etabliert: Königsbuchstaben, Klingerbuchstaben oder Silbenkönige. Diese Namen verdeutlichen die besondere Stellung der Vokale – sie regieren jede Silbe, denn ohne Selbstlaut existiert keine Silbe.

    Wann werden Selbstlaute im Unterricht behandelt?

    Die Einführung erfolgt bereits in der 1. Klasse, wenn die Kinder das Alphabet kennenlernen. Der bekannte Abzählreim „A, e, i, o, u – und raus bist du“ hilft beim Einprägen der fünf Buchstaben.

    Die systematische Unterscheidung zwischen Selbstlauten und Mitlauten beginnt in der 2. Klasse. Hier lernen die Kinder, warum diese Gruppe so besonders ist: Streicht man die Selbstlaute aus einem Wort, wird es unlesbar.

    KlassenstufeLerninhalt
    Klasse 1Kennenlernen der Selbstlaute a, e, i, o, u im Rahmen des Alphabets
    Klasse 2Unterscheidung Selbstlaute und Mitlaute, Einführung der Umlaute ä, ö, ü
    Klasse 3Kurze und lange Selbstlaute, Zwielaute (au, ei, eu, äu), doppelte Selbstlaute
    Klasse 4Anwendung in Rechtschreibregeln, Ableitung und Wortstammprinzip

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    Kurze und lange Selbstlaute

    Ein zentrales Thema ab der 2. Klasse ist die Unterscheidung zwischen kurz und lang gesprochenen Selbstlauten. Die Regel ist einprägsam:

    Kurz gesprochener Selbstlaut: Nach dem Vokal folgen zwei oder mehr Mitlaute. Beispiele: Koffer, Wasser, Hand, Garten

    Lang gesprochener Selbstlaut: Nach dem Vokal folgt nur ein Mitlaut. Beispiele: Hof, Weg, Lid, Blume

    Diese Unterscheidung ist für die Rechtschreibung grundlegend. Sie erklärt, warum nach kurzen Vokalen oft Doppelkonsonanten stehen (rennen, Sonne, Mutter) und bereitet auf weiterführende Regeln vor.

    Umlaute – die Verwandten der Selbstlaute

    Aus den Selbstlauten a, o und u entstehen durch Veränderung die Umlaute ä, ö, ü. Die zwei Punkte über dem Buchstaben zeigen diese Verwandtschaft an. Umlaute treten häufig bei der Mehrzahlbildung auf: Aus dem Apfel werden Äpfel, aus der Mutter werden Mütter.

    Zwielaute und doppelte Selbstlaute

    Zwielaute (Diphthonge) entstehen, wenn zwei verschiedene Selbstlaute verschmelzen: au, ei, eu, äu. Sie werden immer lang gesprochen, unabhängig davon, welche Buchstaben folgen.

    Doppelte Selbstlaute sind selten, aber wichtig: aa (Aal, Saal), ee (See, Tee), oo (Boot, Zoo). Sie dehnen den Klang und gehören zu den klassischen Lernwörtern.

    Didaktische Hinweise

    Die Arbeit mit Selbstlauten eignet sich besonders für:

    • Lautdiktate zur Überprüfung des Hörverstehens
    • Silbenübungen, bei denen Kinder den Selbstlaut als Silbenkern erkennen
    • Einsetzübungen, die das Unterscheiden von kurzen und langen Vokalen trainieren
    • Ableitungsübungen zur Rechtschreibung (Bäume von Baum, Häuser von Haus)

    Der Zusammenhang zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort steht im Mittelpunkt. Kinder sollen verstehen, wie Laute zu Buchstaben werden – und umgekehrt.

    Mein Fazit

    Selbstlaute sind weit mehr als nur fünf Buchstaben im Alphabet. Sie bilden den Kern jeder Silbe und damit die Grundlage für das Lesen- und Schreibenlernen. Wer die Selbstlaute sicher beherrscht – ihre Unterscheidung von Mitlauten, ihre kurze und lange Aussprache, ihre Verwandtschaft zu Umlauten – hat das Fundament für die gesamte Rechtschreibung gelegt. Die frühe und gründliche Behandlung in Klasse 1 bis 3 zahlt sich in den folgenden Schuljahren aus, wenn komplexere Regeln auf diesem Wissen aufbauen.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in