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Arbeitsblätter und Unterrichtsmaterial für zusammengesetzte Nomen

Zusammengesetzte Nomen richtig verstehen und vermitteln

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 13.02.2026

Zuletzt atkualisiert am 13.02.2026

    Zusammengesetzte Nomen sind weit mehr als nur ein Grammatikthema – sie sind der Schlüssel zu einem reicheren Wortschatz und präziseren Ausdruck. In meiner Unterrichtspraxis erlebe ich immer wieder, wie Schüler Freude daran entwickeln, neue Wörter zu „bauen“ und deren Bedeutung zu entschlüsseln. Besonders wichtig ist es, die Artikel-Regel von Anfang an konsequent zu üben und visualle Hilfen einzusetzen. Mit geduldiger Übung und spielerischen Ansätzen wird dieses zunächst komplexe Thema zu einem Werkzeug, das Schüler kreativ und sicher einsetzen können.

    Was sind zusammengesetzte Nomen?

    Ein zusammengesetztes Nomen entsteht durch die Verbindung von mindestens zwei eigenständigen Wörtern zu einem neuen Begriff mit eigener Bedeutung. Das Besondere: Das neue Wort erhält immer die grammatischen Eigenschaften des letzten Wortteils (Grundwort).

    Die häufigsten Bildungsarten sind:

    • Nomen + Nomen: der Garten + die Hütte = die Gartenhütte
    • Adjektiv + Nomen: kalt + die Schale = die Kaltschale
    • Verb + Nomen: tanzen + die Fläche = die Tanzfläche

    Lehrplan-Einordnung und Klassenstufenbezug

    Das Thema zusammengesetzte Nomen wird ab der 2. Klasse eingeführt und in der 3. und 4. Klasse systematisch vertieft. In der Sekundarstufe (Klasse 5/6) erfolgt dann die Behandlung komplexerer Komposita und deren grammatische Analyse.

    Klasse 2: Erste Begegnung mit einfachen Zusammensetzungen wie „Spielplatz“, „Haustür“
    Klasse 3-4: Vertiefung der Bildungsregeln, Artikel-Bestimmung, verschiedene Wortarten-Kombinationen
    Klasse 5-6: Analyse von Bestimmungswort und Grundwort, komplexere Strukturen

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    Warum sind zusammengesetzte Nomen so wichtig?

    Zusammengesetzte Nomen erfüllen mehrere zentrale Funktionen in der deutschen Sprache:

    Sprachökonomie: Statt „ein Ball, mit dem man Fußball spielt“ genügt das prägnante „Fußball“. Schüler lernen, komplexe Sachverhalte kompakt auszudrücken.

    Präzision: Die Frage „Welchen Ball meinst du?“ wird durch spezifische Begriffe wie „Handball“, „Wasserball“ oder „Tennisball“ überflüssig. Dies fördert die kommunikative Klarheit.

    Wortschatzerweiterung: Durch das Verstehen der Bildungsprinzipien können Schüler unbekannte Begriffe selbstständig erschließen und neue Wörter bilden.

    Die häufigsten Schwierigkeiten für Schüler

    1. Artikel-Bestimmung
    Viele Schüler sind unsicher, welcher Artikel zu verwenden ist. Die Grundregel lautet: Das Grundwort (der letzte Wortteil) bestimmt den Artikel.

    • der Regen + die Jacke = die Regenjacke (nicht: der Regenjacke)
    • die Sonne + der Schirm = der Sonnenschirm

    2. Rechtschreibung
    Häufige Fehler entstehen bei der Groß- und Kleinschreibung. Zusammengesetzte Nomen werden nur am Wortanfang großgeschrieben, da sie als Einheit ein Nomen bilden.

    • Richtig: die Hauptstraße
    • Falsch: die HauptStraße

    3. Bedeutungserschließung
    Schüler haben oft Schwierigkeiten, die Gesamtbedeutung aus den Einzelteilen zu erschließen, besonders bei übertragenen Bedeutungen wie „Ohrenwurm“ oder „Drahtesel“.

    4. Wortgrenzen erkennen
    Bei längeren Komposita wie „Schlafzimmerschrank“ fällt es schwer, die Wortteile zu identifizieren und somit die Bedeutung zu verstehen.

    Didaktische Zugänge und Vermittlungsstrategien

    Vom Konkreten zum Abstrakten
    Beginnen Sie mit bildhaften, alltäglichen Beispielen, die Schüler aus ihrer Lebenswelt kennen: Schultasche, Pausenhof, Klassenzimmer. Erst später sollten abstrakte oder metaphorische Zusammensetzungen folgen.

    Visualisierung nutzen
    Bildkarten und Wortkärtchen helfen Schülern, die Zusammensetzung zu verstehen. Lassen Sie die Einzelteile physisch zusammenlegen und das neue Wort bilden. Dies macht den Konstruktionsprozess greifbar.

    Die Artikel-Regel verankern
    Verwenden Sie farbliche Markierungen: Das Grundwort in einer anderen Farbe hervorzuheben, hilft bei der Artikel-Bestimmung. Entwickeln Sie mit den Schülern Merksprüche wie „Das letzte Wort bestimmt den Begleiter“.

    Wortdetektiv-Spiele
    Lassen Sie Schüler zusammengesetzte Nomen „zerlegen“ und die Bedeutung der Einzelteile erklären. Dies fördert das morphologische Bewusstsein und hilft beim Textverständnis.

    Praktische Unterrichtsideen

    Wort-Puzzle-Station
    Bereiten Sie Kärtchen mit verschiedenen Nomen, Verben und Adjektiven vor. Schüler experimentieren mit sinnvollen Kombinationen und erfinden dabei oft kreative neue Begriffe.

    Bildergeschichten-Methode
    Zeigen Sie Bilder von zusammengesetzten Objekten (Gartenzwerg, Türschloss) und lassen Sie Schüler die Entstehungsgeschichte des Wortes erzählen. Dies vertieft das Verständnis für die logische Verknüpfung.

    Wortfamilien erforschen
    Sammeln Sie alle zusammengesetzten Nomen zu einem Grundwort (z.B. alle Wörter mit „Haus“: Hausaufgabe, Schulhaus, Baumhaus). Dies zeigt die Produktivität der deutschen Wortbildung.

    Differenzierung und Förderung

    Für leistungsstarke Schüler
    Führen Sie komplexere Strukturen ein: Wörter mit drei oder mehr Teilen (Fußballweltmeisterschaft), Zusammensetzungen mit Fugenelementen (Schweineschnitzel, Hundeleine) oder die Unterscheidung von Bestimmungs- und Grundwort.

    Für Schüler mit Schwierigkeiten
    Konzentrieren Sie sich auf häufige, regelmäßige Muster und verwenden Sie repetitive Übungen mit visueller Unterstützung. Arbeiten Sie zunächst nur mit Nomen + Nomen-Verbindungen.

    Für DaZ-Schüler
    Nutzen Sie mehrsprachige Vergleiche: In welchen Sprachen gibt es ähnliche Phänomene? Bildgestützte Wortschatzarbeit und das explizite Üben der Artikel-Regel sind besonders wichtig.

    Verbindung zu anderen Deutschthemen

    Zusammengesetzte Nomen sind vernetzt mit vielen anderen Unterrichtsinhalten:

    • Rechtschreibung: Groß-/Kleinschreibung, Getrennt-/Zusammenschreibung
    • Wortschatzarbeit: Bedeutungserschließung, Wortfamilien
    • Textproduktion: Präzise Formulierungen, Wortschatz-Variation
    • Leseverstehen: Unbekannte Wörter durch Wortbildung erschließen

    Mein Fazit

    Zusammengesetzte Nomen, auch Komposita genannt, sind eine der wichtigsten Wortbildungsstrategien der deutschen Sprache und ein zentrales Thema im Deutschunterricht. Sie ermöglichen es Schülern, ihren Wortschatz zu erweitern, sich präziser auszudrücken und wichtige Rechtschreibregeln zu verstehen.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in

    Kohls Kostprobe

    kostenloses Unterrichtsmaterial

    P12302
    P11573