Achtung: Die Printausgabe von über 900 Arbeitsheften stark reduziert! Jetzt ansehen

Arbeitsblätter Konjunktiv für die Sekundarstufe

Die Möglichkeitsform – wenn Wünsche, Träume und fremde Aussagen Grammatik werden

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 04.02.2026

Zuletzt atkualisiert am 04.02.2026

    Der Konjunktiv gehört zu den anspruchsvollsten Themen der deutschen Grammatik. Er ermöglicht es, über Dinge zu sprechen, die nicht real sind: Wünsche, Vorstellungen, hypothetische Situationen oder die Wiedergabe fremder Aussagen. Im Alltag begegnet uns der Konjunktiv ständig – vom höflichen „Könnten Sie mir helfen?“ bis zum journalistischen „Der Minister sagte, er sei zuversichtlich.“

    Was ist der Konjunktiv?

    Der Konjunktiv ist ein Modus des Verbs, also eine Aussageweise. Im Deutschen gibt es drei Modi: den Indikativ (Wirklichkeitsform), den Imperativ (Befehlsform) und den Konjunktiv (Möglichkeitsform).

    Während der Indikativ reale Sachverhalte beschreibt („Er geht nach Hause“), drückt der Konjunktiv aus, dass etwas nicht der Wirklichkeit entspricht oder dass man sich von einer Aussage distanziert („Er sagte, er gehe nach Hause“). Die Bezeichnung „Möglichkeitsform“ trifft es dabei nur teilweise – der Konjunktiv kann weit mehr ausdrücken als nur Mögliches.

    Es gibt zwei Formen: den Konjunktiv I und den Konjunktiv II. Beide haben unterschiedliche Funktionen und werden unterschiedlich gebildet.

    Wann wird der Konjunktiv im Unterricht behandelt?

    Der Konjunktiv ist ein Thema der Sekundarstufe I. Die Einführung erfolgt typischerweise in der 7. Klasse, wenn die Schüler die indirekte Rede kennenlernen. In der 8. Klasse wird das Thema vertieft und um den Konjunktiv II für irreale Bedingungen und Wünsche erweitert.

    Der Konjunktiv setzt voraus, dass die Schüler bereits ein solides Verständnis der Zeitformen (Präsens, Präteritum, Perfekt) und des Satzbaus haben. Er wird häufig im Zusammenhang mit der Textsorte Inhaltsangabe behandelt, da diese die indirekte Rede erfordert.

    KlassenstufeLerninhalt
    Klasse 7Einführung Konjunktiv I, indirekte Rede, Bildung und Anwendung
    Klasse 8Konjunktiv II für Wünsche und irreale Bedingungen, würde-Ersatzform
    Klasse 9/10Vertiefung, stilsichere Anwendung, Konjunktiv in journalistischen Texten

    Der Konjunktiv I – für die indirekte Rede

    Der Konjunktiv I wird hauptsächlich verwendet, um fremde Aussagen wiederzugeben, ohne sich für deren Wahrheitsgehalt zu verbürgen. Er signalisiert: „Das hat jemand anderes gesagt – ob es stimmt, weiß ich nicht.“

    Bildung: Der Konjunktiv I wird vom Infinitiv abgeleitet. An den Verbstamm werden die Endungen -e, -est, -e, -en, -et, -en angehängt.

    PersonIndikativKonjunktiv I
    ichgehegehe
    dugehstgehest
    er/sie/esgehtgehe
    wirgehengehen
    ihrgehtgehet
    siegehengehen

    Beispiel für die indirekte Rede:

    Direkte Rede: Lisa sagt: „Ich fahre morgen nach Berlin.“ Indirekte Rede: Lisa sagt, sie fahre morgen nach Berlin.

    Der Konjunktiv I ist besonders an der 3. Person Singular erkennbar (er/sie gehe, habe, sei). In anderen Personen stimmt er oft mit dem Indikativ überein – dann weicht man auf den Konjunktiv II aus.

    Der Konjunktiv II – für Wünsche und irreale Situationen

    Der Konjunktiv II drückt aus, dass etwas nicht der Wirklichkeit entspricht. Er wird auch Irrealis genannt, weil er irreale – also unwirkliche – Sachverhalte beschreibt.

    Bildung: Der Konjunktiv II wird vom Präteritum abgeleitet. Bei starken Verben mit den Vokalen a, o, u wird zusätzlich ein Umlaut gebildet (kam → käme, war → wäre).

    InfinitivPräteritumKonjunktiv II
    seinwarwäre
    habenhattehätten
    gehengingginge
    kommenkamkäme
    fliegenflogflöge

    Die würde-Ersatzform: Bei vielen Verben klingt der echte Konjunktiv II veraltet oder ist mit dem Präteritum identisch. Dann verwendet man die Umschreibung mit würde + Infinitiv:

    • „Ich flöge nach Tahiti“ → „Ich würde nach Tahiti fliegen
    • „Du fragtest“ → „Du würdest fragen

    Bei den Hilfsverben „sein“ und „haben“ sowie den Modalverben verwendet man jedoch immer die eigene Form: wäre, hätte, könnte, müsste, dürfte, sollte, wollte.

    Verwendung des Konjunktivs II

    Der Konjunktiv II hat mehrere wichtige Funktionen:

    1. Höfliche Bitten Mit dem Konjunktiv II klingen Bitten weniger direkt und freundlicher:

    • Könnten Sie mir bitte helfen?“
    • Würden Sie das Fenster öffnen?“
    • „Ich hätte gern zwei Brötchen.“

    2. Wünsche und Träume Für Wünsche, die (noch) nicht erfüllt sind:

    • „Ich wünschte, ich wäre am Meer.“
    • Hätte ich doch mehr Zeit!“
    • „Wenn ich doch nur fliegen könnte!“

    3. Irreale Bedingungen (Konditionalsätze) Für hypothetische Situationen, die nicht der Realität entsprechen:

    • Wenn ich reich wäre, würde ich ein Haus kaufen.“
    • Wenn er früher aufgestanden wäre, hätte er den Zug nicht verpasst.“

    4. Irreale Vergleiche Um einen Vergleich mit etwas Unwirklichem zu ziehen:

    • „Er tut so, als ob er alles wüsste.“
    • „Sie sieht aus, als hätte sie nicht geschlafen.“

    5. Ersatzform in der indirekten Rede Wenn Konjunktiv I und Indikativ identisch sind:

    • „Sie sagen, sie gingen ins Kino.“ (statt: „sie gehen“)

    Übersicht: Konjunktiv I und II im Vergleich

    MerkmalKonjunktiv IKonjunktiv II
    Bildungvom Infinitivvom Präteritum
    ErkennungszeichenEndung -e (er gehe)Umlaut (wäre, hätte, käme)
    Hauptfunktionindirekte RedeWünsche, irreale Situationen
    BeispielEr sagt, er sei krank.Wenn ich Zeit hätte, …

    Die wichtigsten Konjunktivformen auf einen Blick

    InfinitivKonjunktiv I (3. Pers. Sg.)Konjunktiv II
    seiner/sie seier/sie wäre
    habener/sie habeer/sie hätte
    werdener/sie werdeer/sie würde
    könnener/sie könneer/sie könnte
    müssener/sie müsseer/sie müsste
    dürfener/sie dürfeer/sie dürfte
    wollener/sie wolleer/sie wollte
    sollener/sie solleer/sie sollte
    gehener/sie geheer/sie ginge
    kommener/sie kommeer/sie käme
    gebener/sie gebeer/sie gäbe
    wissener/sie wisseer/sie wüsste

    Passende Arbeitsblätter zum Thema

    Unterrichtsvorbereitung ganz einfach!

    Bildungsstandard Deutsch – P10741

    Bildungsstandard Deutsch – P10741

    ab 11,99 €

    Die Wortarten – P12091

    Die Wortarten – P12091

    ab 14,49 €

    Stationenlernen Deutsch / Klasse 7 – P11757

    Stationenlernen Deutsch / Klasse 7 – P11757

    ab 15,99 €

    Konjunktiv … aber gründlich! – P12734

    Konjunktiv … aber gründlich! – P12734

    ab 15,99 €

    Grammatik-Trainer / Band 1: Wortarten – P10807

    Grammatik-Trainer  / Band 1: Wortarten – P10807

    ab 14,49 €

    Grammatik-Trainer / Band 2: Deklination und Konjugation – P10808

    Grammatik-Trainer / Band 2: Deklination und Konjugation – P10808

    ab 15,99 €

    Stationenlernen Deutsch / Klasse 9 – P11997

    Stationenlernen Deutsch / Klasse 9 – P11997

    ab 19,99 €

    Wochenplan Grammatik / Klasse 6 – P12732

    Wochenplan Grammatik / Klasse 6 – P12732

    ab 17,49 €

    Lesen, Schreiben und Malen … bis der Weihnachtsmann kommt! / Klasse 3 – P12598

    Lesen, Schreiben und Malen … bis der Weihnachtsmann kommt! / Klasse 3 – P12598

    ab 19,99 €

    Mein tägliches 10-Minuten-Grammatik-Training an Stationen / Klasse 5 – P12916

    Mein tägliches 10-Minuten-Grammatik-Training an Stationen / Klasse 5 – P12916

    ab 18,49 €

    Typische Fehler und wie man sie vermeidet

    Fehler 1: Konjunktiv I und Indikativ verwechseln Wenn beide Formen gleich aussehen, muss der Konjunktiv II einspringen:

    • Falsch: „Sie sagen, sie gehen ins Kino.“ (= Indikativ)
    • Richtig: „Sie sagen, sie gingen ins Kino.“ (= Konjunktiv II)

    Fehler 2: würde im wenn-Satz In Bedingungssätzen sollte „würde“ nicht im Nebensatz stehen:

    • Stilistisch schwach: „Wenn ich mehr Geld haben würde, …“
    • Besser: „Wenn ich mehr Geld hätte, …“

    Fehler 3: Zu viele würde-Formen In einem Satz sollte „würde“ möglichst nur einmal vorkommen:

    • Schwerfällig: „Wenn ich Zeit haben würde, würde ich kommen.“
    • Besser: „Wenn ich Zeit hätte, würde ich kommen.“

    Didaktische Hinweise

    Die Arbeit mit dem Konjunktiv eignet sich besonders für:

    • Umformungsübungen: Direkte Rede in indirekte Rede umwandeln
    • Lückentexte: Die richtige Konjunktivform einsetzen
    • Wunschsätze schreiben: Kreative Übungen zu irrealen Wünschen
    • Zeitungsartikel analysieren: Konjunktive in journalistischen Texten finden
    • Höflichkeitsübungen: Bitten und Aufforderungen umformulieren
    • Konditionalsätze bilden: „Was wäre, wenn …?“-Szenarien entwickeln

    Der Konjunktiv I lässt sich gut anhand von Inhaltsangaben und Berichten üben, der Konjunktiv II über Wunschszenarien und hypothetische Situationen.

    Mein Fazit

    Der Konjunktiv ist mehr als eine grammatische Pflichtübung – er ist ein Werkzeug für sprachliche Präzision und Höflichkeit. Mit dem Konjunktiv I können Schüler fremde Aussagen korrekt wiedergeben, ohne sich für deren Wahrheit zu verbürgen. Der Konjunktiv II öffnet die Tür zur Welt der Wünsche, Träume und hypothetischen Überlegungen. In der 7. und 8. Klasse werden die Grundlagen gelegt, die für das Verfassen von Inhaltsangaben, Berichten und später auch wissenschaftlichen Texten unverzichtbar sind. Die würde-Ersatzform erleichtert den Einstieg, doch für einen guten Stil lohnt es sich, auch die echten Konjunktivformen zu beherrschen.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in

    Kohls Kostprobe

    kostenloses Unterrichtsmaterial

    P10807
    P12808
    P13089