Pronomen gehören zu den grundlegenden Wortarten der deutschen Sprache und begleiten den Deutschunterricht von der Grundschule bis in die Sekundarstufe II. Sie ersetzen oder begleiten Nomen, sorgen für sprachliche Abwechslung und verhindern unnötige Wiederholungen. Ohne ein sicheres Verständnis der verschiedenen Pronomen-Arten können Schüler weder flüssig schreiben noch komplexe Texte korrekt verstehen.
Für Lehrkräfte stellt das Thema Pronomen eine besondere Herausforderung dar: Die sieben Pronomen-Arten unterscheiden sich in Funktion, Deklination und Anwendung teils erheblich – und müssen über mehrere Schuljahre hinweg spiralcurricular aufgebaut werden. Von den ersten Personalpronomen in Klasse 3 bis zu den Indefinitpronomen in Klasse 6 oder 7 zieht sich das Thema durch den gesamten Grammatikunterricht.
Warum Pronomen im Unterricht so wichtig sind
Pronomen sind weit mehr als ein isoliertes Grammatikthema. Sie sind ein Schlüssel zu besserem Textverständnis und flüssigerem Schreiben. Schüler, die sicher mit Pronomen umgehen, erkennen Bezüge in Texten schneller, vermeiden sprachliche Wiederholungen und formulieren präziser. Im mündlichen Sprachgebrauch verwenden Kinder Pronomen intuitiv – doch die bewusste Reflexion über Funktion und korrekte Verwendung muss gezielt im Unterricht erarbeitet werden.
Besonders bei DaZ-Schülern zeigt sich, wie komplex das deutsche Pronomen-System ist: Die Deklination nach Kasus, Genus und Numerus stellt viele Lernende vor Schwierigkeiten. Hier sind differenzierte Materialien und regelmäßige Übungsphasen unverzichtbar.
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Die 7 Pronomen-Arten im Überblick
Im Deutschunterricht werden sieben Pronomen-Arten unterschieden. Jede Art hat eine eigene Funktion und wird in unterschiedlichen Klassenstufen eingeführt. Die folgende Übersicht zeigt alle Arten auf einen Blick – mit Beispielen und der typischen Einführung im Lehrplan:
| Pronomen-Art | Beispiele | Funktion |
|---|---|---|
| Personalpronomen | ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie | Ersetzen Nomen und bezeichnen Personen oder Dinge |
| Possessivpronomen | mein, dein, sein, ihr, unser, euer | Zeigen Besitz oder Zugehörigkeit an |
| Interrogativpronomen | wer, was, welcher, welche, welches | Leiten Fragen ein und erfragen Personen oder Dinge |
| Demonstrativpronomen | dieser, jener, derjenige, derselbe | Heben ein bestimmtes Nomen hervor oder verweisen darauf |
| Reflexivpronomen | mich, dich, sich, uns, euch | Beziehen sich auf das Subjekt des Satzes zurück |
| Relativpronomen | der, die, das, welcher, welche | Leiten Relativsätze ein und verbinden Teilsätze |
| Indefinitpronomen | man, jemand, niemand, alle, einige | Bezeichnen unbestimmte Personen, Dinge oder Mengen |
Didaktische Tipps für den Pronomen-Unterricht
Vom Konkreten zum Abstrakten
Beginnen Sie in der Grundschule mit Personalpronomen, da Schüler diese bereits aus dem alltäglichen Sprachgebrauch kennen. Nutzen Sie Ersetzungsübungen: Schüler ersetzen in einfachen Sätzen das Nomen durch das passende Pronomen. Dieser handlungsorientierte Zugang schafft ein solides Fundament, auf dem die weiteren Pronomen-Arten aufbauen können.
Kontextgebundenes Üben statt isolierter Grammatikübungen
Pronomen entfalten ihre Wirkung im Textzusammenhang. Statt isolierter Lückentexte bieten sich Textüberarbeitungen an, bei denen Schüler bewusst Wiederholungen durch passende Pronomen ersetzen. So wird die Funktion der Pronomen unmittelbar erlebbar – und die Schreibkompetenz gleichzeitig gefördert.
Differenzierung für heterogene Klassen
In heterogenen Lerngruppen empfiehlt es sich, mit gestuften Arbeitsblättern zu arbeiten. Leistungsstärkere Schüler können beispielsweise Relativ- und Indefinitpronomen in komplexen Satzgefügen anwenden, während leistungsschwächere Schüler zunächst die sichere Deklination der Personalpronomen festigen. Fertige Kopiervorlagen mit integrierten Differenzierungsstufen ersparen hier wertvolle Vorbereitungszeit.
Pronomen in den verschiedenen Klassenstufen
Grundschule (Klasse 3–4)
In der Grundschule lernen Schüler ab Klasse 3 zunächst die Personalpronomen als Stellvertreter für Nomen kennen. Im gleichen Zeitraum oder kurz darauf kommen Possessivpronomen hinzu. In Klasse 4 werden erste Interrogativpronomen thematisiert, häufig im Zusammenhang mit dem Bilden von Fragesätzen. Der Fokus liegt auf der mündlichen und schriftlichen Anwendung in einfachen Satzstrukturen – die systematische Benennung der Pronomen-Arten erfolgt überwiegend erst in der Sekundarstufe.
Sekundarstufe I (Klasse 5–10)
Ab der Sekundarstufe I wird das Pronomen-System systematisch erweitert. Bereits in Klasse 5 werden Demonstrativ-, Relativ- und Reflexivpronomen eingeführt und in zunehmend komplexen grammatischen Zusammenhängen geübt. In Klasse 6 und 7 folgen Indefinitpronomen. Die Deklination nach den vier Fällen rückt in den Vordergrund. In Klasse 9 und 10 sollten Schüler alle Pronomen-Arten sicher beherrschen und in eigenen Texten korrekt verwenden können.
Sekundarstufe II (Klasse 11–13)
In der Oberstufe werden Pronomen vor allem im Kontext der Textanalyse und Stilistik behandelt. Schüler analysieren, wie Pronomen in literarischen Texten Perspektiven erzeugen, Nähe oder Distanz schaffen und erzählerische Mittel darstellen. Auch der Vergleich mit anderen Sprachen – etwa im Hinblick auf das Pronomen-System im Englischen oder Französischen – kann den Blick schärfen.















