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Interrogativpronomen im Deutschunterricht – Erklärung, Formen und Übungstipps

Interrogativpronomen einfach erklärt: wer, was, welcher – mit Deklinationstabellen und Methoden für den Unterricht

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 23.02.2026

Zuletzt atkualisiert am 23.02.2026

    Interrogativpronomen – auch Fragefürwörter oder Fragepronomen genannt – leiten Fragesätze ein und ersetzen dabei das Nomen oder Pronomen, nach dem gefragt wird. Der Begriff „interrogativ“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „fragend“. Im Alltag begegnen Schüler diesen Pronomen ständig: „Wer hat das gemacht?„, „Was ist passiert?“ oder „Welchen Film möchtest du sehen?“ – all das sind Sätze mit Interrogativpronomen.

    Im Lehrplan werden die W-Fragen bereits in der Grundschule implizit genutzt, etwa beim Bilden von Fragesätzen. Die systematische Einordnung als Interrogativpronomen mit dem Fachbegriff erfolgt jedoch typischerweise ab Klasse 4 bis 5. Für Lehrkräfte ist es wichtig, Interrogativpronomen klar von Interrogativadverbien (wo, wann, warum, wie) abzugrenzen – denn nur die Fragepronomen ersetzen ein Nomen.

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    Die drei Gruppen der Interrogativpronomen

    Im Deutschen unterscheidet man drei Gruppen von Interrogativpronomen, die jeweils unterschiedlich verwendet und dekliniert werden:

    GruppeFormenFragt nach …Beispiel
    wer / waswer, wessen, wem, wen / wasPersonen (wer) oder Dingen und Sachverhalten (was)Wer kommt heute? Was hast du gesagt?
    welcher / welche / welcheswelcher, welche, welches + deklinierte FormenEiner bestimmten Person oder Sache aus einer GruppeWelches Buch meinst du?
    was für einwas für ein/eine + deklinierte FormenDer Art oder dem Typ einer Person oder Sache Sache
    Was für ein Auto fährst du?

    Gut zu wissen: Fragewörter wie wo, wann, warum, wie sind keine Interrogativpronomen, sondern Interrogativadverbien. Sie fragen nach Ort, Zeit, Grund oder Art und Weise – nicht nach einem Nomen. Diese Unterscheidung ist ein wichtiger Lerninhalt in der Sekundarstufe.

    Deklination von „wer“ und „was“

    Die Interrogativpronomen „wer“ und „was“ werden nach den vier Fällen dekliniert. Genus und Numerus spielen hier keine Rolle – die Formen sind immer gleich:

    KasusPersonenDinge / SachverhalteBeispiel
    NominativwerwasWer ist das? / Was liegt dort?
    GenitivwessenwessenWessen Tasche ist das?
    DativwemWem gehört das Buch?
    AkkusativwenwasWen hast du gefragt? / Was suchst du?

    Hinweis: „Was“ hat im Dativ keine gebräuchliche Form. In der Umgangssprache hört man gelegentlich Konstruktionen wie „Mit was?“, korrekt wäre hier „Womit?“ – eine Verbindung aus „wo“ und einer Präposition.

    Deklination von „welcher“

    Das Interrogativpronomen „welcher/welche/welches“ wird – anders als „wer/was“ – nach Genus, Numerus und Kasus dekliniert. Die Endungen entsprechen denen des bestimmten Artikels:

    KasusMaskulinFemininNeutrumPlural
    Nominativwelcherwelchewelcheswelche
    Genitivwelcheswelcherwelcheswelcher
    Dativwelchemwelcherwelchemwelchen
    Akkusativwelchenwelchewelcheswelche

    Bei „was für ein“ wird nur der Teil „ein“ dekliniert – wie der unbestimmte Artikel. Im Plural entfällt „ein“ und wird durch „welche“ ersetzt: „Was für welche Schuhe meinst du?

    Typische Schwierigkeiten im Unterricht

    • Verwechslung mit Interrogativadverbien: Schüler ordnen „wo“, „wann“ und „warum“ häufig den Interrogativpronomen zu. Eine klare Unterscheidungsregel hilft: Pronomen ersetzen ein Nomen, Adverbien nicht.
    • Falsche Kasusformen: „Wer gehört das Buch?“ statt „Wem gehört das Buch?“ – besonders die Dativ- und Akkusativformen von „wer“ werden verwechselt.
    • „Welcher“ vs. „was für ein“: Schüler verwenden beide Formen oft synonym. Der Unterschied: „Welcher“ fragt nach einem bestimmten Exemplar aus einer Gruppe, „was für ein“ fragt nach der Art oder dem Typ.

    Didaktische Tipps für den Unterricht

    Grundschule (ab Klasse 4)

    Nutzen Sie Frage-Antwort-Spiele: Ein Schüler beantwortet eine Frage, der nächste muss eine neue W-Frage formulieren. So üben Schüler spielerisch, die passenden Fragewörter auszuwählen. In der Grundschule reicht es, den Fokus auf „wer“, „was“ und „welcher“ im Nominativ zu legen – die Kasusformen folgen in der Sekundarstufe.

    Sekundarstufe I (ab Klasse 5)

    In der Sekundarstufe wird die Deklination systematisch erarbeitet. Bewährt haben sich Übungen, bei denen Schüler zu vorgegebenen Antworten die passende Frage mit dem richtigen Interrogativpronomen im korrekten Fall bilden müssen. Beispiel: Antwort „Das Buch gehört meinem Bruder“ → Frage „Wem gehört das Buch?„. Gleichzeitig sollte die Abgrenzung zu Interrogativadverbien thematisiert werden.

    Differenzierung

    Leistungsschwächere Schüler üben zunächst nur mit „wer“ und „was“ im Nominativ und Akkusativ. Leistungsstärkere Schüler können den Unterschied zwischen „welcher“ und „was für ein“ erarbeiten und in eigenen Fragesätzen anwenden. Kopiervorlagen mit gestuften Schwierigkeitsgraden ermöglichen eine zeitsparende Binnendifferenzierung.

    Mein Fazit

    Interrogativpronomen sind ein dankbares Thema, weil Schüler sie täglich verwenden – sie wissen es nur oft nicht. Genau hier setze ich an: Ich lasse Schüler zunächst eigene Fragen sammeln und sortieren, bevor wir die Fachbegriffe einführen. Der größte Stolperstein ist erfahrungsgemäß die Verwechslung von „wem“ und „wen“ – da hilft nur regelmäßiges Üben mit kurzen Sätzen, am besten eingebettet in kleine Dialoge. Und mein Praxistipp: Hängen Sie eine Übersicht der W-Fragewörter mit Beispielen im Klassenzimmer auf – Schüler nutzen sie öfter, als man denkt.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in

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