Indefinitpronomen – auch unbestimmte Fürwörter genannt – verwenden wir, wenn eine Person oder Sache nicht näher bestimmt ist. „Jemand hat geklingelt„, „Man sollte pünktlich sein“ oder „Alle waren begeistert“ – in all diesen Sätzen bleibt offen, wer genau gemeint ist. Genau das ist die Funktion von Indefinitpronomen: Sie stehen für etwas Allgemeines, Unbekanntes oder Unbestimmtes.
Im Lehrplan werden Indefinitpronomen typischerweise ab Klasse 6 bis 7 als eigene Pronomen-Art eingeführt. Schüler verwenden Wörter wie „man“, „etwas“ oder „nichts“ zwar längst im Alltag, die bewusste grammatische Einordnung und vor allem die Deklination sind jedoch anspruchsvoll – denn einige Indefinitpronomen werden gebeugt, andere bleiben unveränderlich.
Indefinitpronomen: Für Personen, Sachen oder beides
Im Deutschen lassen sich die Indefinitpronomen in drei Gruppen einteilen – je nachdem, ob sie sich auf Personen, auf Sachen oder auf beides beziehen:
| Gruppe | Pronomen | Besonderheiten | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Nur für Personen | man, jemand, niemand | Nur im Singular verwendbar; keine Pluralform | Man lernt nie aus. Jemand hat gerufen. |
| Nur für Sachen | etwas, nichts, alles | Unveränderlich – werden nicht dekliniert | Ich brauche etwas Hilfe. Nichts ist passiert. |
| Für Personen und Sachen | alle, jeder, einige, manche, keiner, viele, beide | Veränderlich – werden nach Genus, Numerus und Kasus dekliniert | Alle waren zufrieden. Jeder hat eine Aufgabe. |
Die wichtigsten Indefinitpronomen im Detail
man
„Man“ ist ein unpersönliches Pronomen und steht für eine oder mehrere unbestimmte Personen. Es wird immer mit der 3. Person Singular verwendet und existiert nur im Nominativ. Im Akkusativ wird es zu „einen“, im Dativ zu „einem“: „Das kann einen schon ärgern.“ Wichtig im Unterricht: „man“ (Pronomen) ist nicht zu verwechseln mit „Mann“ (Substantiv).
jemand und niemand
Beide Pronomen stehen für unbestimmte Personen – „jemand“ für eine unbekannte Person, „niemand“ als Verneinung davon. Sie werden dekliniert: jemand → jemanden (Akk.) → jemandem (Dat.). In der Umgangssprache werden die Endungen allerdings häufig weggelassen, sodass „jemand“ in allen Fällen gleich bleibt. Mit dem Zusatz „irgend-“ wird die Unbestimmtheit verstärkt: irgendjemand.
etwas, nichts und alles
Diese drei Pronomen beziehen sich auf Sachen oder Sachverhalte und sind unveränderlich – sie werden nicht dekliniert. „Etwas“ steht für eine unbestimmte Sache („Etwas stimmt nicht.„), „nichts“ verneint es („Nichts ist passiert.„), und „alles“ drückt eine Gesamtheit aus („Alles war perfekt.„). In der Umgangssprache wird „etwas“ häufig zu „was“ verkürzt.
alle, jeder, einige, manche
Diese Pronomen können sowohl für Personen als auch für Sachen verwendet werden. Sie werden nach Genus, Numerus und Kasus dekliniert und können als Artikelwort vor einem Nomen stehen („jeder Schüler„) oder das Nomen ersetzen („Jeder hat eine Chance.„). „Alle“ ist der Plural von „jeder“ – während „jeder“ den Einzelnen in einer Gruppe betont, betont „alle“ die gesamte Gruppe.
Typische Schwierigkeiten im Unterricht
- „man“ vs. „Mann“: Die Verwechslung der Schreibweise tritt vor allem in schriftlichen Arbeiten häufig auf. Eine klare Gegenüberstellung mit Beispielen hilft.
- Deklination von „jemand/niemand“: Schüler sind unsicher, ob die Endungen obligatorisch sind. In der Standardsprache werden sie dekliniert (jemandem, jemanden), umgangssprachlich ist der Verzicht auf Endungen akzeptiert.
- Verwechslung von „etwas“ und „nichts“ mit „jemand“ und „niemand“: Schüler verwenden „etwas“ gelegentlich für Personen oder „jemand“ für Sachen. Die Zuordnung (Personen vs. Sachen) muss klar erarbeitet werden.
- Adjektivdeklination nach Indefinitpronomen: Nach „etwas“, „nichts“ und „alles“ wird ein folgendes Adjektiv großgeschrieben und stark dekliniert: „etwas Schönes„, „nichts Neues„. Dieser Sonderfall sorgt regelmäßig für Fehler.
Didaktische Tipps für den Unterricht
Einstieg über Alltagssätze
Sammeln Sie mit den Schülern Sätze aus dem Alltag, in denen Indefinitpronomen vorkommen: „Man darf hier nicht rennen„, „Hat jemand einen Stift?„, „Alle haben die Hausaufgaben vergessen„. Schüler erkennen so, dass sie Indefinitpronomen bereits ständig verwenden – das erleichtert den Zugang zum Fachbegriff.
Sortierübungen: Personen, Sachen oder beides?
Geben Sie eine Liste von Indefinitpronomen vor und lassen Sie Schüler diese in die drei Gruppen einordnen. Anschließend bilden sie mit jedem Pronomen einen Beispielsatz. So wird die Zuordnung gefestigt und gleichzeitig die korrekte Verwendung im Satzkontext geübt.
Differenzierung
Leistungsschwächere Schüler konzentrieren sich zunächst auf die unveränderlichen Pronomen (etwas, nichts, alles) und die häufigsten Formen (man, jemand, niemand). Leistungsstärkere Schüler können die Deklination von „jeder/alle/einige“ in verschiedenen Kasus üben und die Adjektivdeklination nach Indefinitpronomen erarbeiten. Kopiervorlagen mit gestuften Aufgaben ermöglichen eine zeitsparende Binnendifferenzierung.





