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Indefinitpronomen im Deutschunterricht – Erklärung, Übersicht und Übungstipps

Indefinitpronomen einfach erklärt: man, jemand, alle, etwas

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 30.03.2026

Zuletzt atkualisiert am 30.03.2026

    Indefinitpronomen – auch unbestimmte Fürwörter genannt – verwenden wir, wenn eine Person oder Sache nicht näher bestimmt ist. „Jemand hat geklingelt„, „Man sollte pünktlich sein“ oder „Alle waren begeistert“ – in all diesen Sätzen bleibt offen, wer genau gemeint ist. Genau das ist die Funktion von Indefinitpronomen: Sie stehen für etwas Allgemeines, Unbekanntes oder Unbestimmtes.

    Im Lehrplan werden Indefinitpronomen typischerweise ab Klasse 6 bis 7 als eigene Pronomen-Art eingeführt. Schüler verwenden Wörter wie „man“, „etwas“ oder „nichts“ zwar längst im Alltag, die bewusste grammatische Einordnung und vor allem die Deklination sind jedoch anspruchsvoll – denn einige Indefinitpronomen werden gebeugt, andere bleiben unveränderlich.

    Indefinitpronomen: Für Personen, Sachen oder beides

    Im Deutschen lassen sich die Indefinitpronomen in drei Gruppen einteilen – je nachdem, ob sie sich auf Personen, auf Sachen oder auf beides beziehen:

    GruppePronomenBesonderheitenBeispiel
    Nur für Personenman, jemand, niemandNur im Singular verwendbar; keine PluralformMan lernt nie aus. Jemand hat gerufen.
    Nur für Sachenetwas, nichts, allesUnveränderlich – werden nicht dekliniertIch brauche etwas Hilfe. Nichts ist passiert.
    Für Personen und Sachenalle, jeder, einige, manche, keiner, viele, beideVeränderlich – werden nach Genus, Numerus und Kasus dekliniertAlle waren zufrieden. Jeder hat eine Aufgabe.

    Die wichtigsten Indefinitpronomen im Detail

    man

    „Man“ ist ein unpersönliches Pronomen und steht für eine oder mehrere unbestimmte Personen. Es wird immer mit der 3. Person Singular verwendet und existiert nur im Nominativ. Im Akkusativ wird es zu „einen“, im Dativ zu „einem“: „Das kann einen schon ärgern.“ Wichtig im Unterricht: „man“ (Pronomen) ist nicht zu verwechseln mit „Mann“ (Substantiv).

    jemand und niemand

    Beide Pronomen stehen für unbestimmte Personen – „jemand“ für eine unbekannte Person, „niemand“ als Verneinung davon. Sie werden dekliniert: jemand → jemanden (Akk.) → jemandem (Dat.). In der Umgangssprache werden die Endungen allerdings häufig weggelassen, sodass „jemand“ in allen Fällen gleich bleibt. Mit dem Zusatz „irgend-“ wird die Unbestimmtheit verstärkt: irgendjemand.

    etwas, nichts und alles

    Diese drei Pronomen beziehen sich auf Sachen oder Sachverhalte und sind unveränderlich – sie werden nicht dekliniert. „Etwas“ steht für eine unbestimmte Sache („Etwas stimmt nicht.„), „nichts“ verneint es („Nichts ist passiert.„), und „alles“ drückt eine Gesamtheit aus („Alles war perfekt.„). In der Umgangssprache wird „etwas“ häufig zu „was“ verkürzt.

    alle, jeder, einige, manche

    Diese Pronomen können sowohl für Personen als auch für Sachen verwendet werden. Sie werden nach Genus, Numerus und Kasus dekliniert und können als Artikelwort vor einem Nomen stehen („jeder Schüler„) oder das Nomen ersetzen („Jeder hat eine Chance.„). „Alle“ ist der Plural von „jeder“ – während „jeder“ den Einzelnen in einer Gruppe betont, betont „alle“ die gesamte Gruppe.

    Typische Schwierigkeiten im Unterricht

    • „man“ vs. „Mann“: Die Verwechslung der Schreibweise tritt vor allem in schriftlichen Arbeiten häufig auf. Eine klare Gegenüberstellung mit Beispielen hilft.
    • Deklination von „jemand/niemand“: Schüler sind unsicher, ob die Endungen obligatorisch sind. In der Standardsprache werden sie dekliniert (jemandem, jemanden), umgangssprachlich ist der Verzicht auf Endungen akzeptiert.
    • Verwechslung von „etwas“ und „nichts“ mit „jemand“ und „niemand“: Schüler verwenden „etwas“ gelegentlich für Personen oder „jemand“ für Sachen. Die Zuordnung (Personen vs. Sachen) muss klar erarbeitet werden.
    • Adjektivdeklination nach Indefinitpronomen: Nach „etwas“, „nichts“ und „alles“ wird ein folgendes Adjektiv großgeschrieben und stark dekliniert: „etwas Schönes„, „nichts Neues„. Dieser Sonderfall sorgt regelmäßig für Fehler.

    Didaktische Tipps für den Unterricht

    Einstieg über Alltagssätze

    Sammeln Sie mit den Schülern Sätze aus dem Alltag, in denen Indefinitpronomen vorkommen: „Man darf hier nicht rennen„, „Hat jemand einen Stift?„, „Alle haben die Hausaufgaben vergessen„. Schüler erkennen so, dass sie Indefinitpronomen bereits ständig verwenden – das erleichtert den Zugang zum Fachbegriff.

    Sortierübungen: Personen, Sachen oder beides?

    Geben Sie eine Liste von Indefinitpronomen vor und lassen Sie Schüler diese in die drei Gruppen einordnen. Anschließend bilden sie mit jedem Pronomen einen Beispielsatz. So wird die Zuordnung gefestigt und gleichzeitig die korrekte Verwendung im Satzkontext geübt.

    Differenzierung

    Leistungsschwächere Schüler konzentrieren sich zunächst auf die unveränderlichen Pronomen (etwas, nichts, alles) und die häufigsten Formen (man, jemand, niemand). Leistungsstärkere Schüler können die Deklination von „jeder/alle/einige“ in verschiedenen Kasus üben und die Adjektivdeklination nach Indefinitpronomen erarbeiten. Kopiervorlagen mit gestuften Aufgaben ermöglichen eine zeitsparende Binnendifferenzierung.

    Mein Fazit

    Indefinitpronomen sind eine der umfangreichsten Pronomen-Gruppen – und gleichzeitig eine der unterschätztesten. Schüler stolpern besonders über die Frage, welche Pronomen dekliniert werden und welche nicht. Mein Tipp: Arbeiten Sie zuerst mit den unveränderlichen Pronomen wie „etwas“, „nichts“ und „alles“, bevor Sie die deklinierbaren einführen. Und ein Praxistipp, der immer funktioniert: Lassen Sie Schüler kurze Kriminalgeschichten schreiben, in denen „jemand“, „niemand“ und „man“ vorkommen müssen – das macht Spaß und festigt die Anwendung ganz nebenbei.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in

    Kohls Kostprobe

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