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Possessivpronomen im Deutschunterricht – Erklärung, Formen und Übungstipps

Possessivpronomen einfach erklärt: Grundformen, Deklination und bewährte Methoden für den Unterricht

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 20.02.2026

Zuletzt atkualisiert am 20.02.2026

    Possessivpronomen – auch besitzanzeigende Fürwörter genannt – drücken aus, wem etwas gehört oder zu wem etwas in Beziehung steht. Sagt ein Schüler „Das ist mein Stift“ oder „Wo ist deine Tasche?„, verwendet er bereits Possessivpronomen. Sie gehören damit zu den Pronomen-Arten, die Kinder im Alltag schon früh intuitiv nutzen – die bewusste grammatische Einordnung erfolgt im Lehrplan jedoch erst ab Klasse 3 bis 4.

    Für Lehrkräfte ist das Thema besonders relevant, weil Possessivpronomen eng mit der Deklination nach Kasus, Genus und Numerus verknüpft sind. Die Endungen verändern sich je nach Bezugswort – und genau hier entstehen im Unterricht die meisten Fehler. Wer Possessivpronomen sicher vermittelt, legt gleichzeitig eine wichtige Grundlage für das gesamte Deklinationssystem.

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    Die Possessivpronomen im Deutschen – alle Grundformen

    Jedem Personalpronomen ist ein Possessivpronomen zugeordnet. Die folgende Übersicht zeigt die Grundformen, an die je nach Kasus, Genus und Numerus die passende Endung angehängt wird:

    PersonalpronomenPossessivpronomenBeispiel
    ichmeinDas ist mein Heft.
    dudeinWo ist dein Buch?
    er / esseinEr sucht seinen Schlüssel.
    sie (Singular)ihrSie packt ihre Tasche.
    wirunserUnser Klassenraum ist groß.
    ihreuerHabt ihr euren Ausweis dabei?
    sie (Plural)ihrDie Kinder holen ihre Jacken.
    SieIhrHaben Sie Ihren Pass dabei?

    Wichtig: Bei „euer“ fällt das mittlere -e- weg, sobald eine Endung angehängt wird: euer → eure Tasche, euren Lehrer. Dieser Sonderfall sorgt regelmäßig für Fehler und sollte gezielt geübt werden.

    Deklination der Possessivpronomen

    Possessivpronomen passen ihre Endung an das Bezugsnomen an – also an das Wort, das den Besitz beschreibt (nicht an den Besitzer). Die Endungen entsprechen dabei weitgehend denen des unbestimmten Artikels. Am Beispiel von „mein“:

    KasusMaskulinumFemininNeutrumPlural
    Nominativmein Hundmeine Katzemein Buchmeine Hefte
    Genitivmeines Hundesmeiner Katzemeines Buchesmeiner Hefte
    Dativmeinem Hundmeiner Katzemeinem Buchmeinen Heften
    Akkusativmeinen Hundmeine Katzemein Buchmeine Hefte

    Die gleichen Endungen gelten für alle anderen Possessivpronomen (dein, sein, ihr, unser, euer, ihr). Dieser Zusammenhang hilft Schülern enorm: Wer die Artikelendungen beherrscht, kann die Possessivpronomen nach dem gleichen Muster deklinieren.

    Possessivpronomen als Begleiter und als Ersatz

    Im Unterricht ist es sinnvoll, auf den doppelten Gebrauch hinzuweisen:

    • Als Begleiter (vor einem Nomen): „Gib mir deine Tasche.“ – Hier steht das Possessivpronomen direkt vor dem Nomen und funktioniert wie ein Artikel.
    • Als Ersatz (ohne Nomen): „Wo ist meine Tasche? – Deine liegt dort drüben.“ – Hier ersetzt das Possessivpronomen das Nomen vollständig.

    In der Grundschule reicht es, beide Varianten anhand einfacher Beispiele zu zeigen. In der Sekundarstufe kann bei Bedarf die Unterscheidung zwischen Possessivartikel (Begleiter) und Possessivpronomen im engeren Sinne (Ersatz) thematisiert werden – je nach Schulbuch und Lehrplan.

    Typische Schwierigkeiten im Unterricht

    • Falsche Endungen: „Ich nehme mein Tasche“ statt „meine Tasche“ – Schüler vergessen häufig, die Endung an das Genus des Bezugsnomens anzupassen.
    • Verwechslung von „sein“ und „ihr“: Besonders in der 3. Person Singular fällt die Zuordnung schwer: „Lisa sucht sein Buch“ statt „ihr Buch“.
    • Sonderform „euer“: Der Wegfall des -e- bei Endungen (eure, euren) wird oft vergessen oder falsch gebildet.
    • Höflichkeitsform: Wie bei den Personalpronomen wird „Ihr/Ihre/Ihren“ in der Anrede häufig kleingeschrieben.

    Didaktische Tipps für den Unterricht

    Grundschule (ab Klasse 3–4)

    Starten Sie mit Zuordnungsübungen: Schüler ordnen Gegenstände den passenden Possessivpronomen zu – „Das ist Lenas Stift → Das ist ihr Stift„. Bewährt haben sich auch kurze Dialoge, in denen Schüler nach dem Muster „Wem gehört das?“ fragen und antworten. So wird der Zusammenhang zwischen Person und Possessivpronomen spielerisch gefestigt.

    Sekundarstufe I (ab Klasse 5)

    In der Sekundarstufe rückt die korrekte Deklination in den Fokus. Nutzen Sie den Zusammenhang mit der Artikeldeklination: Schüler, die „ein/eine/einen“ sicher deklinieren, können dieses Wissen direkt auf „mein/meine/meinen“ übertragen. Besonders wirksam sind Fehlersuchtexte, in denen Possessivpronomen bewusst falsch verwendet werden und Schüler diese korrigieren müssen.

    Differenzierung

    Für leistungsschwächere Schüler eignen sich Übungen, die zunächst nur den Nominativ behandeln und sich auf die Grundformen beschränken. Leistungsstärkere Schüler können Possessivpronomen in allen vier Fällen in eigenen Texten anwenden. Kopiervorlagen mit integrierten Schwierigkeitsstufen ermöglichen hier eine zeitsparende Differenzierung.

    Mein Fazit

    Possessivpronomen sind für Grundschüler greifbar, weil sie einen direkten Bezug zum Alltag haben – jedes Kind weiß, was „mein“ und „dein“ bedeutet. Genau das sollte man nutzen: Beginnen Sie mit konkreten Gegenständen im Klassenzimmer und lassen Sie die Schüler Besitzverhältnisse benennen. Die Deklination kommt dann fast von allein, wenn die Grundformen sitzen. Und ein Praxistipp: Die Verwechslung von „sein“ und „ihr“ in der dritten Person lässt sich am besten mit vielen kurzen Übungssätzen trainieren, in denen der Bezug eindeutig ist.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in

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