Nomen sind die Grundpfeiler der deutschen Sprache. Sie benennen alles, was uns umgibt: Menschen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände und sogar Gefühle oder Ideen. Für den Deutschunterricht haben Nomen eine besondere Bedeutung, denn an ihnen lernen Kinder eine der wichtigsten Rechtschreibregeln: die Großschreibung.
Was sind Nomen?
Nomen – auch Namenwörter, Hauptwörter oder Substantive genannt – bezeichnen Lebewesen, Dinge und Begriffe. Sie werden immer großgeschrieben und können von einem Artikel begleitet werden. In der Grundschule hat sich der Begriff „Namenwort“ etabliert, weil er die Funktion anschaulich beschreibt: Nomen geben den Dingen einen Namen.
Jedes Nomen hat ein grammatisches Geschlecht (Genus): männlich (der), weiblich (die) oder sächlich (das). Außerdem können die meisten Nomen in der Einzahl (Singular) und Mehrzahl (Plural) stehen.
Beispiele für Nomen:
- Menschen: der Vater, die Lehrerin, das Kind
- Tiere: der Hund, die Katze, das Pferd
- Pflanzen: der Baum, die Blume, das Gras
- Dinge: der Tisch, die Lampe, das Buch
- Gefühle: die Freude, die Angst, das Glück
Wann werden Nomen im Unterricht behandelt?
Nomen gehören zu den ersten Wortarten, die bereits in der 1. Klasse eingeführt werden. Anhand von einfachen, greifbaren Gegenständen lernen die Kinder, was Nomen sind und dass sie großgeschrieben werden. In der 2. Klasse wird das Thema vertieft: Die Schüler unterscheiden Nomen von anderen Wortarten und lernen die Verbindung mit Artikeln kennen.
Ab der 3. und 4. Klasse kommen zusammengesetzte Nomen, abstrakte Nomen und die Einführung in die vier Fälle hinzu. In der Sekundarstufe (ab Klasse 5) wird die Deklination systematisch behandelt.
| Klassenstufe | Lerninhalt |
|---|---|
| Klasse 1 | Einführung: Was sind Nomen? Großschreibung, einfache Zuordnungen |
| Klasse 2 | Artikel zuordnen, Einzahl und Mehrzahl, Unterscheidung von anderen Wortarten |
| Klasse 3 | Zusammengesetzte Nomen, abstrakte Nomen, Vertiefung der Pluralbildung |
| Klasse 4 | Die vier Fälle (Einführung), Nomen in verschiedenen Satzfunktionen |
| Klasse 5/6 | Deklination, Kasus systematisch, konkrete und abstrakte Nomen unterscheiden |
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Wie erkennt man Nomen?
Es gibt mehrere Methoden, um Nomen sicher zu identifizieren. Diese „Nomenproben“ helfen besonders beim Unterscheiden von anderen Wortarten:
1. Artikelprobe Vor jedes Nomen kann ein Artikel gesetzt werden: der, die, das oder ein, eine.
- „Freude“ → „die Freude“ ✓ (= Nomen)
- „schön“ → „der schön“ ✗ (= kein Nomen)
2. Adjektivprobe Vor einem Nomen kann ein Adjektiv stehen:
- „das große Haus“ ✓
- „das große laufen“ ✗
3. Pluralprobe Von den meisten Nomen lässt sich eine Mehrzahl bilden:
- „der Tisch“ → „die Tische“ ✓
4. Anfassprobe (für konkrete Nomen) Alles, was man anfassen kann, ist ein Nomen:
- Stuhl, Ball, Apfel ✓
Konkrete und abstrakte Nomen
Nomen lassen sich in zwei große Gruppen einteilen:
Konkrete Nomen bezeichnen Dinge, die man sehen, hören, anfassen, riechen oder schmecken kann:
- der Tisch, die Blume, das Auto, der Hund
Abstrakte Nomen bezeichnen Dinge, die man nicht mit den Sinnen wahrnehmen kann – Gefühle, Zustände, Ideen oder Zeitbegriffe:
- die Freude, der Mut, die Freiheit, der Montag, das Glück
Abstrakte Nomen sind für Kinder schwieriger zu erfassen, weil man sie nicht anfassen kann. Sie werden meist ab der 3. Klasse thematisiert.
Einzahl und Mehrzahl (Singular und Plural)
Die meisten Nomen können in der Einzahl und Mehrzahl stehen. Die Pluralbildung im Deutschen ist vielfältig und folgt keiner einheitlichen Regel:
| Singular | Plural | Endung |
|---|---|---|
| der Tisch | die Tische | -e |
| die Blume | die Blumen | -n / -en |
| das Kind | die Kinder | -er |
| das Auto | die Autos | -s |
| der Lehrer | die Lehrer | keine Änderung |
| der Apfel | die Äpfel | Umlaut |
| das Haus | die Häuser | Umlaut + -er |
Besonderheiten:
- Manche Nomen existieren nur im Singular: das Obst, die Milch, der Zucker
- Manche Nomen existieren nur im Plural: die Eltern, die Ferien, die Leute
Zusammengesetzte Nomen
Aus zwei oder mehr Wörtern können neue Nomen gebildet werden. Diese zusammengesetzten Nomen (Fachbegriff: Komposita) sind typisch für die deutsche Sprache.
Mögliche Kombinationen:
| Kombination | Beispiel |
|---|---|
| Nomen + Nomen | der Garten + die Hütte = die Gartenhütte |
| Verb + Nomen | lesen + die Lampe = die Leselampe |
| Adjektiv + Nomen | rot + der Wein = der Rotwein |
Wichtige Regeln:
- Nur der erste Buchstabe wird großgeschrieben: Haustür (nicht: HausTür)
- Der Artikel richtet sich nach dem letzten Wort (Grundwort): der Regen + die Jacke = die Regenjacke
- Das erste Wort (Bestimmungswort) beschreibt das zweite Wort genauer
Zusammengesetzte Nomen werden ab der 2. Klasse eingeführt und in der 3. Klasse vertieft.
Die vier Fälle (Kasus)
Ab der 4. Klasse lernen Schüler, dass Nomen ihre Form je nach Funktion im Satz verändern. Diese Veränderung nennt man Deklination. Im Deutschen gibt es vier Fälle:
| Fall | Fachbegriff | Frage | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | Wer oder was? | Der Hund bellt. |
| 2. Fall | Genitiv | Wessen? | Das Fell des Hundes ist braun. |
| 3. Fall | Dativ | Wem? | Ich gebe dem Hund Futter. |
| 4. Fall | Akkusativ | Wen oder was? | Ich sehe den Hund. |
Die Artikel und oft auch die Nomenendungen verändern sich je nach Fall. Die systematische Behandlung der Deklination erfolgt in der Sekundarstufe (Klasse 5/6).
Nomen im DaZ-Unterricht
Für Schüler mit Deutsch als Zweitsprache stellen Nomen besondere Herausforderungen dar:
1. Das grammatische Geschlecht In vielen Sprachen gibt es keine Artikel oder nur ein Geschlecht. Die Zuordnung von der, die, das muss für jedes Nomen einzeln gelernt werden.
2. Die Pluralbildung Die vielen verschiedenen Pluralformen ohne klare Regeln erfordern viel Übung.
3. Die Großschreibung In den meisten anderen Sprachen werden nur Satzanfänge und Eigennamen großgeschrieben. Die konsequente Großschreibung aller Nomen ist eine Besonderheit des Deutschen.
Bewährte Methoden sind das Lernen von Nomen immer mit Artikel („der Tisch“ statt nur „Tisch“) und Farbsysteme für die drei Geschlechter.
Didaktische Hinweise
Die Arbeit mit Nomen eignet sich besonders für:
- Zuordnungsübungen: Bilder den richtigen Artikeln zuordnen
- Sortierübungen: Nomen nach Kategorien ordnen (Menschen, Tiere, Dinge, Pflanzen)
- Klassenraum beschriften: Gegenstände mit Nomen und Artikeln versehen
- Wortschlangen: Zusammengeschriebene Wörter in einzelne Nomen trennen
- Einzahl-Mehrzahl-Spiele: Memory oder Bingo mit Singular und Plural
- Nomen-Bingo: Kategorien vorgeben, Kinder nennen passende Nomen
- Zusammengesetzte Nomen bilden: Aus zwei Wörtern ein neues Wort erfinden
Da Nomen eng mit Artikeln verbunden sind, bietet es sich an, beide Themen gemeinsam zu behandeln. Auch die Großschreibung wird am besten direkt mit Nomen geübt.



















