Achtung: Die Printausgabe von über 900 Arbeitsheften stark reduziert! Jetzt ansehen

Relativpronomen im Deutschunterricht – Erklärung, Deklination und Übungstipps

Relativpronomen einfach erklärt: mit Deklinationstabelle, Relativsatz-Regeln und Praxistipps

Nina Bergmann

Veröffentlicht am 30.03.2026

Zuletzt atkualisiert am 30.03.2026

    Relativpronomen – auch bezügliche Fürwörter genannt – leiten Relativsätze ein und verbinden so einen Nebensatz mit einem Hauptsatz. Sie beziehen sich dabei immer auf ein Nomen im Hauptsatz, das sogenannte Bezugswort, und liefern zusätzliche Informationen dazu. Ein einfaches Beispiel: „Das ist der Lehrer, der uns Mathe erklärt.“ – hier leitet „der“ den Relativsatz ein und bezieht sich auf „der Lehrer“.

    Im Lehrplan werden Relativpronomen und Relativsätze typischerweise ab Klasse 5 bis 6 eingeführt. Das Thema verbindet Wortarten-Wissen mit Satzbau-Kompetenz und ist daher besonders anspruchsvoll: Schüler müssen gleichzeitig das richtige Relativpronomen bestimmen, es korrekt deklinieren und das Verb im Nebensatz ans Ende stellen. Für Lehrkräfte bietet sich hier die Chance, Grammatik und Schreibkompetenz sinnvoll zu verknüpfen.

    Die Relativpronomen im Deutschen

    Im Deutschen gibt es zwei Gruppen von Relativpronomen:

    • der, die, das – die häufigsten Relativpronomen. Sie werden in der Alltags- und Schriftsprache gleichermaßen verwendet.
    • welcher, welche, welches – eine stilistische Alternative, die vor allem in der Schriftsprache eingesetzt wird, um Wortwiederholungen zu vermeiden (z.B. „die Frau, welche“ statt „die Frau, die„).

    Zusätzlich können „was“ und „wo“ als Relativpronomen fungieren – „was“ nach Indefinitpronomen wie „alles“, „etwas“, „nichts“ oder nach substantivierten Superlativen („Das Schönste, was ich je gesehen habe„), und „wo“ bei Ortsangaben.

    Passende Arbeitsblätter zum Thema

    Unterrichtsvorbereitung ganz einfach!

    Die Wortarten – P12091

    Die Wortarten – P12091

    ab 14,49 €

    Topfit für die Prüfung – Englisch – P11035

    Topfit für die Prüfung – Englisch – P11035

    ab 13,49 €

    Bildungsstandard Deutsch / Klasse 6 – P10961

    Bildungsstandard Deutsch / Klasse 6 – P10961

    ab 11,99 €

    Wochenplan Grammatik / Klasse 6 – P12732

    Wochenplan Grammatik / Klasse 6 – P12732

    ab 17,49 €

    Kreuzworträtsel Grammatik – P11871

    Kreuzworträtsel Grammatik – P11871

    ab 11,99 €

    Deutsch? Einfach! – Deutsch als Fremdsprache III – P11356

    Deutsch? Einfach! – Deutsch als Fremdsprache III – P11356

    ab 17,49 €

    Wochenplan Grammatik / Klasse 5 – P12731

    Wochenplan Grammatik / Klasse 5 – P12731

    ab 17,49 €

    Lerneinheiten Grammatik / Band 2: Adjektive, Pronomen, Präpositionen und Satzarten – P13063

    Lerneinheiten Grammatik / Band 2: Adjektive, Pronomen, Präpositionen und Satzarten – P13063

    ab 14,49 €

    Grammatik kinderleicht – P10638

    Grammatik kinderleicht – P10638

    ab 11,99 €

    Deutsch? Einfach! – Deutsch als Fremdsprache V – P11358

    Deutsch? Einfach! – Deutsch als Fremdsprache V – P11358

    ab 16,49 €

    Deklination der Relativpronomen

    Relativpronomen übernehmen Genus und Numerus vom Bezugswort im Hauptsatz. Den Kasus erhalten sie jedoch aus ihrer Funktion im Nebensatz. Die Deklination von „der, die, das“ als Relativpronomen entspricht fast vollständig dem bestimmten Artikel – mit Abweichungen im Genitiv und im Dativ Plural:

    KasusMaskulinFemininNeutrumPlural
    Nominativderdiedasdie
    Genitivdessenderendessenderen
    Dativdemderdemdenen
    Akkusativdendiedasdie

    Wichtig: Die Formen „dessen“, „deren“ und „denen“ unterscheiden sich vom bestimmten Artikel und müssen gezielt geübt werden. „Welcher/welche/welches“ wird wie der bestimmte Artikel dekliniert, hat aber keine Genitivform – hier muss immer auf „dessen/deren“ ausgewichen werden.

    Die zwei Grundregeln für Relativsätze

    Für das korrekte Bilden von Relativsätzen müssen Schüler zwei Regeln gleichzeitig anwenden:

    1. Genus und Numerus kommen vom Bezugswort im Hauptsatz: Ist das Bezugswort maskulin Singular, muss auch das Relativpronomen maskulin Singular sein.
    2. Der Kasus ergibt sich aus der Funktion im Nebensatz: Ist das Relativpronomen im Nebensatz das Subjekt, steht es im Nominativ. Ist es ein Objekt, steht es im Akkusativ oder Dativ.

    Beispiel Schritt für Schritt:

    Hauptsatz: „Das ist der Schüler.“ → Bezugswort = „der Schüler“ = maskulin, Singular
    Nebensatz-Information: „Ich habe ihm geholfen.“ → Funktion = Dativ
    Relativsatz: „Das ist der Schüler, dem ich geholfen habe.

    „das“ oder „dass“? – Der häufigste Fehler

    Die Verwechslung von „das“ (Relativpronomen) und „dass“ (Konjunktion) gehört zu den häufigsten Rechtschreibfehlern im Deutschunterricht. Eine einfache Ersatzprobe hilft:

    Lässt sich „das“ durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, handelt es sich um ein Relativpronomen und wird mit einem s geschrieben. Funktioniert die Ersetzung nicht, handelt es sich um die Konjunktion „dass“ mit doppeltem s.

    • „Das Buch, das ich lese, ist spannend.“ → „Das Buch, welches ich lese…“ ✓ → das
    • „Ich weiß, dass du recht hast.“ → „Ich weiß, welches du recht hast…“ ✗ → dass

    Typische Schwierigkeiten im Unterricht

    • Kasus im Nebensatz bestimmen: Schüler übernehmen häufig den Kasus des Bezugsworts aus dem Hauptsatz, statt ihn aus der Funktion im Nebensatz abzuleiten.
    • Genitivformen „dessen“ und „deren“: Diese Formen sind ungewohnt und werden oft durch falsche Konstruktionen umgangen.
    • Verbstellung: Im Relativsatz steht das konjugierte Verb am Ende – das vergessen Schüler regelmäßig, besonders bei längeren Sätzen.
    • Kommasetzung: Relativsätze werden immer durch Kommas abgetrennt. Besonders bei eingeschobenen Relativsätzen fehlt häufig das schließende Komma.

    Didaktische Tipps für den Unterricht

    Zwei Sätze zu einem verbinden

    Der klassische und bewährteste Einstieg: Geben Sie Schülern Satzpaare, die sie zu einem Satz mit Relativsatz verbinden: „Das ist ein Buch. Ich habe es gestern gelesen.“ → „Das ist ein Buch, das ich gestern gelesen habe.“ Durch das systematische Zusammenfügen wird das Prinzip des Relativsatzes schrittweise verständlich.

    Die Ersatzprobe für „das/dass“ einüben

    Führen Sie die Ersatzprobe mit „welches“ als feste Routine ein. Lassen Sie Schüler in eigenen und fremden Texten jedes „das“ und „dass“ überprüfen – diese Übung verbindet Grammatik- und Rechtschreibkompetenz und wirkt sich direkt auf die Textqualität aus.

    Differenzierung

    Leistungsschwächere Schüler üben zunächst nur Relativpronomen im Nominativ und Akkusativ. Leistungsstärkere Schüler können Relativsätze im Genitiv bilden und mit Präpositionen vor dem Relativpronomen arbeiten („Der Freund, mit dem ich gespielt habe…„). Kopiervorlagen mit gestuften Aufgaben ermöglichen eine zeitsparende Binnendifferenzierung.

    Mein Fazit

    Relativpronomen sind anspruchsvoll, aber sie sind auch das Tor zu besseren Texten. Sobald Schüler Relativsätze sicher bilden können, werden ihre Aufsätze spürbar abwechslungsreicher und flüssiger. Mein Tipp: Beginnen Sie mit dem Zusammenfügen einfacher Satzpaare und steigern Sie die Komplexität langsam. Und investieren Sie Zeit in die „das-oder-dass“-Regel – das zahlt sich in jeder Klassenarbeit aus. Besonders hilfreich finde ich Übungen, bei denen Schüler selbst kurze Steckbriefe mit Relativsätzen schreiben: „Ich bin ein Schüler, der gerne Fußball spielt und dessen Lieblingsfach Deutsch ist.“ Das macht Spaß und trainiert gleich mehrere Fälle.

    Nina Bergmann

    Redakteur/in

    Kohls Kostprobe

    kostenloses Unterrichtsmaterial

    P13063
    P12808
    P13089